GTÜ: Kosten in Millionenhöhe drohen durch Sekundärschäden

4. Oct 2011 - Auto-Reporter.NET

Grafik. GTÜ/Auto-Reporter.NET
 

Bau- und Instandhaltungsmaßnahmen gehören deutschlandweit zu den Stadtbildern. Aber nicht immer trifft es auf die ungeteilte Freude von Anwohnern, wenn Baulücken geschlossen und Rohrleitungs-, Straßen- oder Schachtarbeiten in direkter Nähe zu Gebäuden durchgeführt werden, denn oftmals sind Bauschäden an den eigenen Gebäuden die Folge. In den letzten Jahren wurden die Kosten dafür auf knapp eineinhalb Milliarden Euro pro Jahr geschätzt. Mindestens fünf bis zehn Prozent davon werden als sogenannte Sekundärschäden gehandelt.

Um einen Sekundärschaden handelt es sich bei einem nicht selbst verschuldeten Folgeschaden, verursacht durch Fremdeinwirkung einer benachbarten Baustelle. „Diese Schäden werden erst spät bemerkbar und stellen dann den Eigentümer oder den Betreiber eines angrenzenden Gebäudes vor unbeantwortete Fragen“, so Dr. P.J. Wagner, Gutachter der GTÜ Gesellschaft für Technische Überwachung für die baubegleitende Qualitätsüberwachung.

Das Problem von Sekundärschäden ist deren Unauffälligkeit. Der eigentliche Schaden bleibt lange unbemerkt und entwickelt sich so zum Langzeitschaden. Durch Maßnahmen der Grundwasserabsenkung, den Bau tiefer Gruben oder auch Erschütterungen durch Verdichtungsmaßnahmen im Straßen- und Gleisbau könne es zu schädlichen Veränderungen im Baugrund kommen, die sich langsam im Boden ausbreiteten, warnen die Experten.

Vor allem eindringendes Grundwasser führt nicht selten zu Komplikationen. Das einlaufende Wasser hebt den Baugrund an, die Folgen sind Risse und Setzungen an Bauwerken. Auch eine Absenkung des Grundwassers bei eigentlich hohem Grundwasserstand kann drastische Auswirkungen haben: Die Gewichtskraft des Hauses kann enorm zunehmen, sodass auch ein Durchbruch des Fußbodens nicht ausgeschlossen ist. Das Risiko von Komplikationen erhöht eine Zusammensetzung des Bodens aus Lehm, Sand, Ton oder Torf.

Eine Prüfung und Analyse des Baugrunds hilft, potenzielle Sekundärschäden zu mindern. So ist die fachliche Bewertung des potenziellen Risikos, um bereits im Vorfeld schädliche Einflüsse richtig einzuschätzen, dringend zu empfehlen. Mit einer fachlichen Expertise lassen sich potenzielle Fehlerquellen rechtzeitig identifizieren und die richtigen technischen Maßnahmen zur Beseitigung einkalkulieren. Wagner rät, bei der Diagnose eines Sekundärschadens unverzüglich zu handeln. Denn „je mehr Zeit vergeht, desto schwieriger ist es, den Verursacher zur Verantwortung zu ziehen“.

Bei der vom 4. bis 6. Oktober in München stattfindenden EXPO REAL, der 14. Internationalen Fachmesse für Gewerbeimmobilien und Investitionen, treffen Interessierte auf Experten der Branche. Der Bundesverband öffentlich bestellter und vereidigter sowie qualifizierter Sachverständiger e. V. (BVS) und die GTÜ werden mit ihren Fachleuten auf einem Gemeinschaftsstand (Halle A1, Stand 022) vertreten sein. Vorgestellt werden die Bereiche Bauwesen/BQÜ Baubegleitende Qualitätsüberwachung, Immobilienbewertung und Gebäudetechnik. (News-Reporter.NET/arie)

 
 
 

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